Ämter sind fürn Allerwertesten.
Wir warten immer noch auf Kindergeld und Elterngeld, unglaublich.
Story von vorne:
Im März hab ich die Elterngeldstelle (L-Bank) angerufen, um schonmal anzufragen, was für Unterlagen sie alles für den Elterngeldantrag benötigen. Die Dame teilte mir mit, dass in unserem Fall laut EU-Verordnung Österreich für Kinder- und Elterngeld zuständig sei, da André von uns beiden der Hauptverdiener ist und sein Einkommen in Österreich erzielt.
Im März hab ich die Elterngeldstelle (L-Bank) angerufen, um schonmal anzufragen, was für Unterlagen sie alles für den Elterngeldantrag benötigen. Die Dame teilte mir mit, dass in unserem Fall laut EU-Verordnung Österreich für Kinder- und Elterngeld zuständig sei, da André von uns beiden der Hauptverdiener ist und sein Einkommen in Österreich erzielt.
Alright, kein Problem, kurz die Sätze für A gegugelt und hooray, drei Mal mehr Elterngeld ("Kinderbetreuungsgeld") als in Deutschland. Kindergeld ("Familienbeihilfe") in etwa gleich.
Dann also dort bei Finanzamt (Familienbeihilfe) und Andrés Krankenkasse (Kinderbetreuungsgeld) angerufen, Situation geschildert und jeweils ne Liste bekommen mit Unterlagen, die sie für die Anträge brauchen. Das Kinderbetreuungsgeld (also Elterngeld) wird erst dann ausbezahlt, wenn der Antrag auf Familienbeihilfe (also Kindergeld) bewilligt wurde.
Jut, nach Jonathans Geburt also Geburtsbescheinigungen, Meldebestätigungen, Verdienstbescheinigungen, Kopien meines Personalausweises und von Andrés Dienstvertrag und noch mehr so Zeugs fein säuberlich mit den beiden Anträgen verpackt in die Post getan. Zwei Wochen später kommt ein dicker Brief von der Krankenkasse - alle Unterlagen wieder zurückbekommen, die ich hingeschickt hatte. Ok, dachte ich, irgendwas is da gründlich schiefgegangen - kein Amt schickt originale Unterlagen zurück, wenn alles i.O. ist - und angerufen. Nee, alles fein, sie haben sich die Sachen kopiert, hier bitteschön, Ihre Originale für Sie zurück. Wir warten nur noch auf die Bestätigung über den Erhalt der Familienbeihilfe. Huh? Fein. Könnten sich die Ämter in D auch mal ne Scheibe davon abschneiden.
Tja, Finanzamt Salzburg und Familienbeihilfe... Fünf, sechs Wochen nach Antragstellung dachte ich mir: rufst mal an und erkundigst dich nach dem Bearbeitungsstand. Unfähige Person am Telefon: Äh, wie ist Ihr Name? Warum in Österreich? Sowas gibts nicht. Finde nichts zu Ihnen oder Ihrem Sohn. Wir haben nichts da. Und überhaupt, was denn meine Frage sei. (die nach dem Bearbeitungsstand, deren Aufmerksamkeitsspanne schien die von nem Guppy zu sein)
Uncool, aber kann passieren, Antrag scheint wohl nicht eingegangen zu sein. Also den ganzen Mist nochmal geschickt, plus aufs Bürgerbüro, nochmal Meldebestätigung holen, 5€ dafür berappen und Geburtsurkunde beglaubigt kopieren lassen (auch Kosten).
Jo, wieder abgeschickt, wieder 4-5 Wochen ins Land gehen lassen, schon wieder kein Schreiben vom Finanzamt erhalten - inzwischen war mein Kind schon über 3 Monate alt. Also wieder angerufen. Person am anderen Ende der Leitung: Also wir haben Ihre Adresse und Ihr Datensatz wurde am xx.04. (genaues Datum weiß ich nicht mehr) angelegt und im Juni aktualisiert, sonst ist Ihre Akte aber leer. Ich so: WTF? Der erste Antrag ging ein, der zweite auch, aber es is NIX bearbeitet, nada, niente, nothing, was da los? Person meinte, öh, schuldegung und so, tut uns echt leid, ich soll am besten mal persönlich vorbeikommen. Ich: Sauber, bin in Schland, echt top Vorschlag!
Gut, bin beim nächsten Salzburgaufenthalt also zum Finanzamt gefahren. Hell yeah, die Dame am Infoschalter hatte wohl noch nie davon gehört, dass es Leute gibt, die im Ausland wohnen, aber in Ö Anspruch auf Leistungen haben. Ich erinnere: Salzburg = Grenzstadt (kannste echt nach D rüberspucken), sehr sehr viele Pendler aus Freilassing (D!) und Bad Reichenhall (D!), die Deutsche sind, einen dt. Wohnsitz haben, aber in Ö erwerbstätig sind und deshalb auch Leistungen aus Ö beziehen.
Nach einigen Telefonaten jedenfalls plötzlich: André muss die Familienbeihilfe beantragen. Ich könne das gar nicht. WHAT? Das sagt ihr uns JETZT? Im AUGUST? Spinnts ihr?
Dann noch ein Formulärchen bekommen (ist denen auch allerplötzlichst eingefallen, dass man das auch noch dringendst braucht), das die dt. Familienkasse ausfüllen muss. Und zwar die Bestätigung, dass ich in D kein Kindergeld beantragt habe.
Alright, das wird ja easy gehen, dachte ich so in meinem jugendlichen Leichtsinn. Ich hab ja in D nix beantragt, also krieg ich da von der Familienkasse ein Stempelchen drauf und fertig is.
(Kurzer Einschub: Ja, Die Auszahlung des Kinderbetreuungsgelds ist an die Bewilligung der Familienbeihilfe gekoppelt - uns fehlten monatlich knapp 1.000 Euro aufm Konto.)
Familienkasse angerufen (0180-Nummer, ganz toller Service am Bürger).
Ich: "Ich brauch ne Bestätigung, dass ich kein Kindergeld beantragt hab."
Dame: "Das geht nicht, kann ich Ihnen nicht ausstellen."
Ich: "Warum nicht??"
Dame: "Weil Sie kein Kindergeld beantragt haben."
Ich: "Höh? Haja, darum gehts doch. Ich hab ja KEINS beantragt, dann bestätigen Sie mir das doch."
Ich: "Höh? Haja, darum gehts doch. Ich hab ja KEINS beantragt, dann bestätigen Sie mir das doch."
Dame: "Nein, Sie müssen erst welches beantragen, damit ich Ihnen das bestätigen kann."
Ich: "Aber dann hab ich doch beantragt und Sie können mir dann auch nicht mehr bestätigen, dass ich keines beantragt hab." [Jetzt mal ohne Scheiß, das hat sich echt so zugetragen!]
Dame: "Stellen Sie einen Antrag."
Ich dachte echt, jetzt ist die Alte komplett hohlgedreht. Wieso soll ich was beantragen, wenn ich doch eine Bestätigung brauche, dass ich NICHTS beantragt hab? Das raffe ich bis heute nicht, aber gut gut, wir wollen mal nicht so sein und stellen einen Antrag. Was hätten denn die Damen von der FK gerne an Unterlagen?
Kurz: Die hätten am liebsten noch die Rechnung der letzten Inspektion von Nachbars Karre gehabt. Bis ich alles zusammengetragen hatte, ging wieder ne Woche ins Land. Den Antrag hab ich dann per Einschreiben weggeschickt (ganz obendrauf einen Zettel mit "eilt, Österreich zahlt nur 5 Monate rückwirkend!!") und heute, 5 Wochen später, angerufen und nach dem Bearbeitungsstand gefragt. Dame: "Sehe nicht, dass da eine abschließende Bearbeitung stattgefunden hat". GRRRRRRRRRR!!!!
Mal kurz zu Andrés Familienbeihilfeantrag: "Lustig" wirds grade zusätzlich, weil ich derzeit Hauptverdiener bin, also Deutschland wieder für die Zahlungen zuständig wäre. Nicht, weil ich real Hauptverdiener bin, sondern weil Andrés Arbeitgeber seit Januar 2011 seine Bezüge nicht mehr ans Finanzamt gemeldet hat. Finanzamt denkt also nun, er habe seit Februar 2011 (letztes Jahr! Kein Tippfehler!) nix mehr verdient. Wird also den Antrag auf Familienbeihilfe ablehnen, wenn nicht Andrés Arbeitgeber schnellstens die Bezüge nachträgt. Nur HAHA, wäre ja gelacht, wenns damit gegessen wäre: Die Buchhaltung macht Ferien....
Ich könnte schreien.... Echt. Ganz laut schreien!
1 Kommentare:
Oh je, oh je ... sowas trägt nicht unbedingt zu heimweh meinerseits bei!
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