Mittwoch, 25. Januar 2012

Die Qual der Wahl

Karlsruhe? Bruchsal? Bretten? Pforzheim? Mühlacker? Was soll denn in die Geburtsurkunde?


Es hilft ja alles nichts... Irgendwann muss das Kind raus. Über das "wie" will ich gar nicht nachdenken müssen. Viele Körperflüssigkeiten, viel Bäh - da äußere ich mich vielleicht in den nächsten Wochen mal dazu. Aber das "wo", diese Entscheidung steht so langsam an. Was habe ich in den letzten Tagen und Wochen Onlinerecherche betrieben, in Foren gefragt, mit Müttern geredet (die letzten beiden Sachen nicht allzu intensiv ;) ), um die passende Geburtsklinik zu finden. Und die Entscheidung auch zu treffen, welcher Ort zukünftig als Identifikationsmerkmal Nummer drei hinter Name (bestimmbar) und Geburtsdatum (meist nicht bestimmbar) dem Kind sein Leben lang dienen wird. 


Fangen wir an....


Bretten, Rechbergklinik? 
Läge am nächsten, Kreißsaal schön gemacht. Aber hat sich schonmal jemand die Stationen in Bretten angeschaut? Da wurde seit gefühlten 40 Jahren nicht mehr saniert, geschweige denn die Wochenstation wochenbett-tauglich gemacht. Mini-Zimmer, in denen man zu dritt liegt. Es würde dann zwar auf ein Einzelzimmer hinauslaufen, aber die Schwestern auf der Station sind auch sowas von unfreundlich, nein danke! 

Bruchsal, Fürst-Stirum-Klinik? 
Das zweitnächste. Nett da, zumindest im Kreißsaal, die Wochenstation kenne ich (noch) nicht. Aber: Einzelzimmer 75 Euro/Tag, Familienzimmer 100 Euro/Tag. Vorteil wäre, dass für alle Besuchswilligen Bruchsal irgendwie am geschicktesten läge.

Wer meine Aversion gegen Zimmernachbarn kennt, weiß, dass das absolutes Ausschlusskriterium ist. Für alle, die sie nicht kennen: Ich entlasse mich aus Krankenhäusern, wenn ich Zimmernachbarn hab. Krieg Plack da. Mag nicht mit fremden Menschen in einem Raum schlafen und vor allem mag ich mich nicht mit ihnen unterhalten. Ich hasse das. Deshalb besuche ich auch soooo ungerne andere Leute im Krankenhaus, weil man sich da immer mit deren Bettnachbarn unterhalten muss - zumindest dieser Smalltalk-Shit. Nix für mich, ich will meine Ruhe. 

Mühlacker? 
Absolut nicht aufm Schirm. Provinzkrankenhaus. Muss ich nicht haben.

Pforzheim, Trudpert oder Siloah? 
Ach, wenn man nach Pforzheim fährt, kann man auch gleich nach Karlsruhe.... Womit wir beim eigentlichen Thema wären.

Gleich vorweg - die verkehrstechnische Anbindung spielt nur eine untergeordnete Rolle, erfahrungsgemäß machen sich die ersten Kinder nie schnell auf den Weg. Alle sind innerhalb von 30 Minuten zu erreichen - das komplizierteste (weil weitester Weg durch die Innenstadt) ist noch das Städtische, das ist aber ab der Stadteinfahrt von Durlach her gut ausgeschildert. Und kompliziert? Naja, Karlsruhe rein, stur gradeaus bis zum Durlacher Tor, einmal rechts auf den Adenauerring, auf dem die Stadt umrunden und dann nochmal rechts in die Moltkestraße rein. Wer das nicht findet, dem kann man echt nicht mehr helfen. So geplante Stadtgrundrisse haben doch manches Mal ihren Vorteil.

Karlsruhe, Städtisches Klinikum? 
Klinikum mit Maximalversorgung, Perinatalzentrum Level 1 (also das höchste in Deutschland), Kinderklinik im selben Gebäude wie die Frauenklinik, Gebäude grade mal 5 Jahre alt, Beistellbettchen, Flatscreen am Bett, Familienzimmer 45 Euro/Tag, Tiefgarage im Untergeschoss, 1.800 Geburten im Jahr

Karlsruhe, St. Marienklinik (Vinzenz)? 
Karlsruhes "Geburtskrankenhaus Nummer Eins", keine Frühversorgung, auf zwei von vier Stationen TV im Zimmer, Möglichkeit eines Zimmers mit Doppelbett (huih), 1.600 Geburten im Jahr, keine Ahnung, was Einzel- und Familienzimmer kosten

Karlsruhe-Rüppurr, Diakonissenkrankenhaus?
Mein Bruder ist da auf die Welt gekommen, neuerdings Frühversorgung, Stationen sehen unmodern aus, mehr Infos hab ich noch nicht

Was bleibt? Die Tatsache, dass es furchtbar schwierig ist, aus unzähligen Krankenhäusern, die innerhalb von 30 Minuten erreichbar sind (die Grenze, die ich mir gesetzt habe), das passende auszusuchen. 

Welche Kriterien setze ich an? 
Gut ausgestatteter wohnlicher Kreißsaal? Schnickschnack. Hat jedes Krankenhaus - selbst Bretten. Da brauche ich nicht zu recherchieren, die haben alle "nette" 90er-Jahre-Wischtechnik an den Wänden (urks!) und tolle gelbe Dekosachen (Doppel-urks!).

Dann doch lieber schauen, dass die medizinische Versorgung im Notfall schnell vonstatten gehen kann. Not-Sectios führt jedes KH durch. Frage mich allerdings grade, wie die das in Bretten machen. Immerhin haben die da nur drei Belegärzte. Deshalb fällt das eh mal wieder raus. Außerdem - von meinem Frauenarzt auch noch entbunden werden? Huarrrgh, nein! Da krieg ich schlechte Laune. Fachlich ist der ja top, aber bei ner Geburt kann ich den nicht brauchen. Also: Die medizinische Versorgung ist im Städtischen am besten. Grade der Umstand, dass die Kinderklinik im selben Gebäude ist und sie die Qualifikation des Level-1-Perinatalzentrums haben, schafft doch ordentlich Beruhigung.

Aber da wir ja nicht hoffen wollen, dass wir diese intensivmedizinische Neugeborenenversorgung brauchen, und es bislang auch nicht danach aussieht, als würde der Mieter seinen Vertrag vorzeitig kündigen, soll das auch nicht Killerkriterium werden. Panikmache ist eh was, worauf ich nicht so stehe. 

Bleibt das für mich wichtigste Argument, die Wochenstation. Immerhin muss ich da mindestens eine Nacht bleiben (ich will partout nicht, aber ich werd wohl vernünftig sein und es tun). Also soll's auch angenehm sein. Wie oben schon erwähnt - Zimmernachbarn gehen gar nicht. Wirklich nicht, da krieg ich die Krise. Andere freut's, wenn sie nicht alleine sein müssen, ich liebe es, meine Ruhe zu haben. Außerdem kann man da wohl von Ruhe eher weniger sprechen. Kind, Besuch etc. - das wird schon viel werden. 
Will heißen, Familienzimmer. Immerhin möchte der frischgebackene Papa ja auch was von seinem Stammhalter haben. Das wiederum ist (schon wieder!) im Städtischen am günstigsten. 45 Euro pro Tag, da kriegt man in Bruchsal grade mal ein Zweibett- statt einem Dreibettzimmer.

Für's Entertainment will natürlich auch gesorgt sein. TV im Zimmer ist Standard und muss sein. WLAN ist wurscht - das kostet sowieso überall soviel, dass man sich nach 2 Tagen den ganzen Telekom-Konzern kaufen könnte. Aber es gibt ja mobiles Internet und WLAN-Tethering. 

Was noch? Gute Frage... Eigentlich möchte ich einen hohen medizinischen Standard, ein modernes Zimmer, meine Ruhe und Fernsehen. 

Und einen Geburtsort für den Kleinen, mit dem er sein Leben lang leben kann - sorry, Asklepiosklinik in Germersheim, ihr sollt angeblich ja die Besten sein, aber no way!

Ratschläge? Kommentare? Immer her damit. Entscheidungshilfe verzweifelt gesucht. 

1 Kommentare:

Tine hat gesagt…

ich bin für karlsruhe aber das weißt du ja ;)

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